Die Blumenflüsterin

Ja, ich gebe es zu: Ich habe es schon wieder getan… Neues Hobby – Neues Glück! Oder wie lautet das Sprichwort nochmal? 😉

Es hat alles damit angefangen, dass ich einen Trockenblumenkranz für unseren Flur gestalten wollte. Ich habe verschiedene Blumen selbst getrocknet und hatte noch viele wunderbare Gräser von unserem letzten Dänemark Urlaub. Und so ist der erste Kranz entstanden. Ich fand ihn gar nicht schlecht und daher habe ich das Foto auf Instagram gepostet… Was danach passierte, war eine gelungene Mischung aus Angebot und Nachfrage.

Es macht so viel Spaß immer wieder neue Kompositionen auszuprobieren und neue Blumen und Gräser, die man gut trocknen und zu einem Kranz verarbeiten kann, zu finden.

Ich glaube, zu diesem Thema brauche ich nichts mehr zu schreiben. In diesem Fall sind die Bilder die Hauptakteure.

Inspiration, die Quelle der Kreativität

Oder wie ich es nenne: Futter für mein Gehirn, damit meine Seele ihren Ausgleich bekommt.

Für mich ist die Inspiration fest mit der Kreativität verbunden:

Inspiration=Input | Kreativität=Output

Es sind Gerüche, Strukturen, Formen, Geräusche, Geschmack, aber auch Gefühle im Spiel.

Was bedeutet eigentlich Inspiration?

Es ist toll sich von bereits existierenden, fertigen Projekten ein Input zu holen. Man muss schließlich nicht jedes Mal das Rad neu erfinden. Die wahre Inspiration ist und bleibt für mich die Natur – die Formen, Farben, Strukturen… Meine Stimmungslage, in der ich dem Himmel, einem Berg, Wald, einer Wiese oder Blume begegne, ist entscheidend, wie ich es wahrnehme und für mich, mein Leben und meine Projekte weiternutze. Manchmal reicht ein Spaziergang am Wasser oder durch den Wald um Energie zu tanken und den kreativen Prozess in Gang zu setzen. Manchmal ist der Duft oder eine Berührung entscheidend um eine neue Sichtweise zu bekommen.

Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und vielleicht ist die Verbindung zur Natur bei mir schon dadurch ausgeprägt. Aber ich genieße die Inspiration, die mir die Stadt bietet sehr. Der Puls der Stadt ist mein Reisebegleiter, der mich durch die Kultur Alleen und die Gassen der Geschichte führt.

Mein Mann und meine Freunde – nicht vergessen – Sie inspirieren mich jeden Tag aufs Neue und sind ein Treibstoff für meinen kreativen Input. Ich bin wie ein Schwamm, der alles aufnimmt. Deswegen wird das Thema: die Inspiration und Kreativität aushalten bei mir groß geschrieben. Sich Rückzugsorte zu schaffen ist von wichtiger Bedeutung. Die Plätze helfen vor dem totalen Overload, vor dem Verrücktwerden.

Zwei Ausstellungen an einem Tag sind für mich nicht machbar. Ich brauche eine gewisse Zeit um das gesehene, empfundene zu verarbeiten und für mich zu zuordnen. Auf der anderen Seite sind ein paar Stunden im Wald so entspannend, dass danach meine Fingern kribbeln um etwas „produktiveres“ zu tun. Meine bewusste Entscheidung ist z.B. während ich jogge keine Musik oder Hörbücher zu hören. Für mich ist es wichtig sich auf einzelne Sachen zu konzentrieren um das Beste aus dem Besagten rauszuholen. So, dass ich nach dem ich eine Ausstellung alleine besucht habe und gerade niemandem habe um das Erlebnis zu teilen, mich auszutauschen, meine Empfindungen aufschreiben muss. Musik hören geht auch nicht jeden Tag. Manche Lieder sind so stark mit bestimmten Gefühlen oder Ereignissen verbunden, dass ich Sie nicht immer ertrage. Bücher lesen – ich lese meistens 3-5 Bücher gleichzeitig, weil ich nicht jeden Abend auf ein bestimmtes Thema oder Genre Lust habe… usw.

Schon komisch, wie wir – Menschen funktionieren. Das wichtigste ist, dass jeder für sich ein Weg findet mit Inspiration umzugehen. Das wurde so viel ausmachen und viele glücklichere und ausgeglichene Menschen hervorbringen.

Lass uns abhängen…

Bilder, Drucke, Plakate, Postkarten… Wenn ich ein schickes Motiv sehe, muss es mit.

Entweder freuen sich meine Freunde über Post aus Kiel oder unsere Wohnung hat mal wieder ein paar Quadratzentimeter an freier Wandfläche verloren. Die Schätze, die bei mir bleiben, sollten ein passendes Kleid bekommen. Zu IKEA fahren und Bilderrahmen kaufen, kann jeder – ich übrigens auch und zwar auf einem meisterlichen Niveau. Aber ich kann auch anders…

Und zwar so:

Abschied

Wenn du bleibst, wenn du gehst – hast du alles richtig gemacht.

Dieser Satz sagt eigentlich alles. Und ich würde mir das für meine Person wünschen, wenn ich irgendwann gehe.

Das Thema Tod und Trauer ist in unser Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Man spricht nicht gerne darüber, man trauert um die geliebte Person. Alles ist schwarz, grau und schmerzhaft.

Wieso können wir den Tod, den Abschied nicht auf positive Weise zelebrieren? Es gibt so viele Kulturen, wo die Toten durch Freiern und Erinnern gewürdigt werden.

Meine Arbeitskollegin hat mir den Film Coco empfohlen. Ein Zeichentrickfilm. Für Kinder, habe ich gedacht. Aber er ist so wahr und so wunderschön gemacht, dass ich mich mit dem Tod und Abschied nehmen näher beschäftigt habe.

Dort geht es um den Tag der Toten: Día de los Muertos, einen der wichtigsten mexikanischen Feiertage, wo traditionell den Verstorbenen gedacht wird. Und die Kernaussage ist: die Toten sind dann „endgültig“ tot und verschwunden, wenn man sich nicht mehr an sie erinnert.

Das schönste, was man einem Menschen schenken kann, ist Zeit. Und wenn die Zeit irgendwann vorbei ist, kann man die schönen Momente nochmal aufsteigen lassen.

Auf den Weg eine Trauerkarte zu gestalten, führte mich der Tot eines Menschen, dem ich DANKE für die gemeinsame Zeit sagen wollte. An die Person gedacht, ist eine bunte, fast fröhliche Karte entstanden. Ich habe dabei an die tollen, gemeinsamen Momente gedacht. Aber die Trauerkarten sind nicht für die, die gegangen sind, sondern für die Familie gedacht. Um Beileid auszudrücken, um den Verlust und den dabei enstandenen Schmerz zu teilen. Und Anbetracht unserer Gesellschaft ist für solche farbenfrohe Karten, die eigentlich an den Verstorbenen erinnern sollen, kein Platz. Um mit den gegeseitigen Gefühlen klar zu kommen, sind diese Karte entstanden:

Mein Abschied soll eine Fiesta mit viel Konfetti und Glitzer werden. Mir ist bewusst, dass ich nicht wirklich was von der Feier mitbekomme… Aber wer weiß, vielleicht doch;-)

Ein Refugium für mein Ich

Refugium für mein Ich. Die Definition: Ein Ort, wo der Körper sich erholt, die Seele neue Energie tankt und das Herz erblüht.
Ein Ort um den Kopf frei zu kriegen und kreative Ideen frei zu setzen.

Kurz gesagt: Freiheit soweit das Auge reicht.

In Bremen hatte ich mein Refugium im Theatergarten gefunden. Mein Ort für wuderbare und bescheidene Zeiten. Der Theatergarten hatte immer Zeit und Platz für mich.
Wenn ich meine Heimat besuche, ist meistens einer der ToDo’s auf meiner Liste: meine Gedankenbühne zu betreten und mich dort beim Verweilen zu verlieren.

In Kiel hat es zwei Jahre gedauert, aber ich habe mein Refugium gefunden.
Ein geheimer Garten in der Stadt.

Und was könnte besser zu mir passen als ein Ort, der einen Bücherfreund verbirgt…

Auf meiner Entdeckungstour habe ich herausgefunden, dass am 2. Mai „Europäisches Festival des Debütromans“ beginnt.

Das nenne ich „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“… oder einfach Schicksal.

Am nächsten Tag war die Karte und das Programmheft gekauft. Jetzt blieb es nur abzuwarten…

Was für ein Abend… 12 Autoren aus Europa haben am 2. Mai im Literaturhaus zu Eröffnung des 17. Europäischen Literaturfestivals des Debütromans in Kiel ihre Romane vorgestellt. Es war spannend den AutorenInnen in der Originalsprache zuzuhören.
Aber den Abend gerockt, hat für mich Jule Nero, die die übersetzen Ausschnitte der Autorinnen vorgelesen hat. Was für eine Stimme. Die Gefühle und die Stimmungen, die sie den Worten verliehen hat, haben definitiv Lust auf mehr gemacht.
Sofort gepackt, hat mich der Roman von Susanne Skogstad „Svartstilla“ aus Norwegen. Schade, dass man die Bücher lediglich in der Originalsprache kaufen kann.
An dem Abend wurde so viel gelesen, gesprochen, dieskutiert und kommetiert, dass mir, während ich dies schreibe, die richtigen Worte um den Abend zu würdigen, fehlen.

Schön war’s…