Ein Refugium für mein Ich

Refugium für mein Ich. Die Definition: Ein Ort, wo der Körper sich erholt, die Seele neue Energie tankt und das Herz erblüht.
Ein Ort um den Kopf frei zu kriegen und kreative Ideen frei zu setzen.

Kurz gesagt: Freiheit soweit das Auge reicht.

In Bremen hatte ich mein Refugium im Theatergarten gefunden. Mein Ort für wuderbare und bescheidene Zeiten. Der Theatergarten hatte immer Zeit und Platz für mich.
Wenn ich meine Heimat besuche, ist meistens einer der ToDo’s auf meiner Liste: meine Gedankenbühne zu betreten und mich dort beim Verweilen zu verlieren.

In Kiel hat es zwei Jahre gedauert, aber ich habe mein Refugium gefunden.
Ein geheimer Garten in der Stadt.

Und was könnte besser zu mir passen als ein Ort, der einen Bücherfreund verbirgt…

Auf meiner Entdeckungstour habe ich herausgefunden, dass am 2. Mai „Europäisches Festival des Debütromans“ beginnt.

Das nenne ich „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“… oder einfach Schicksal.

Am nächsten Tag war die Karte und das Programmheft gekauft. Jetzt blieb es nur abzuwarten…

Was für ein Abend… 12 Autoren aus Europa haben am 2. Mai im Literaturhaus zu Eröffnung des 17. Europäischen Literaturfestivals des Debütromans in Kiel ihre Romane vorgestellt. Es war spannend den AutorenInnen in der Originalsprache zuzuhören.
Aber den Abend gerockt, hat für mich Jule Nero, die die übersetzen Ausschnitte der Autorinnen vorgelesen hat. Was für eine Stimme. Die Gefühle und die Stimmungen, die sie den Worten verliehen hat, haben definitiv Lust auf mehr gemacht.
Sofort gepackt, hat mich der Roman von Susanne Skogstad „Svartstilla“ aus Norwegen. Schade, dass man die Bücher lediglich in der Originalsprache kaufen kann.
An dem Abend wurde so viel gelesen, gesprochen, dieskutiert und kommetiert, dass mir, während ich dies schreibe, die richtigen Worte um den Abend zu würdigen, fehlen.

Schön war’s…

Ein Wunderland für jede Alice

Schon lange auf meiner „Kiel – must to see“ Liste war das Ratjens Depot. Zufällig online entdeckt, hat es mich verzaubert. Umso größer war meine Freude als ich endlich Zeit gefunden habe um meine Online – Bekanntschaft persönlich kennen zu lernen.

Das Depot hat mir Zutritt gewehrt und ich betrat das Wunderland, auf das Alice neidisch werden würde. Ich habe zwar kein Kaninchenloch gefunden, aber nach dem Betreten öffneten sich viele Türen zu Welten, die von mir unbedingt entdeckt werden mussten.

Es ist ein Ort, der zum Verweilen und Stöbern einlädt… Kaffee, Tee und Kekse stehen auch bereit!

Von Raum zu Raum erkundete ich jede Nische und Ecke, die mit vielen Schätzen gefüllt zum Träumen und kreativen Denken einladen. Jedes Zimmer ist mit viel Liebe und großartigen Produkten übersät. Von Möbeln bis Deko findet jede Alice Hochkaräter, die ein neues Zuhause suchen.

Unser Heim ist bereits eingerichtet und eigentlich auch fertig geschmückt, aber Deko geht immer!!!

Ich habe viele Ideen für zukünftige Träume und Projekte mitgenommen. Was für ein Laden. Was für ein Erlebnis. Ich bin froh, dass ich diesen Moment mit meiner besten Freundin teilen konnte, die genauso überwältigt war wie ich.

Alicja Kwade: AMBO

Wunderbar minimalistisch und unfassbar aussagekräftig

Wissenschaftsbegriffe wie Wurmlöcher, die 4. Dimension, die Zeit und Parallelwelten als Konzeptkunst.

Die Ausstellung ist nicht nur besonders und unglaublich fesselnd, aber auch einzigartig. Alicja Kwade hat sie speziell für die Kunsthalle Kiel entwickelt und kreiert. Die Zeit und somit die Vergänglichkeit spielen eine große, wenn nicht die Hauptrolle.

Man sieht Kupfertrompeten, die als Wurmlöcher tendieren, die aber Stück für Stück so etwas irdischem, wie dem Alterungsprozess ausgeliefert sind.

Zwei Glühbirnen, die am Anfang und am Ende eines Raumes zu sehen sind. Diese symbolisieren den Sonnenunter- und den  Aufgang – die ganze Zeit im Wechsel. Wenn bei „uns“ die Sonne aufgeht, geht sie am anderen Ende der Welt unter.

Im mittleren Abteil ist mein persönliches Herzstück der Ausstellung zuhause: WELTENLINIE. Eine großartige, spielerische Täuschung, die mit Hilfe von Spiegeln, die Vergänglichkeit des Lebens, des Seins wiedergibt.

 

Alicja Kwade hat sogar den Original Kreisel aus dem Film Inception von Christopher Nolan in Ihr Zeit-Konzept integriert. Dieser ist als eine Videoinstallation zu sehen. Ein Kreisel, der sich ständig dreht und nicht an der Geschwindigkeit verliert (wobei die Aufnahme in super slow motion gezeigt wird), der aber, wenn man sich von der Geräuschkulisse leiten lässt, irgendwann umfällt.

 

Das Werk 9 DAYS 23 HOURS (INFLUENCE), 5 DAYS 23 HOURS (INFLUENCE) UND 2 DAYS 23 HOURS (INFLUENCE) ist eine Perfektion. So detailverliebt dargestellt, dass ich am liebsten immer noch dort stehen und beobachten würde ob die Zeiger sich in der Nacht, unbeobachtet nicht doch noch bewegen.

Alles ist so präzise, minuziös und so viel Liebe zum Detail ausgearbeitet worden, dass man sich (trotz Minimalismus) um die ganze Dimension, die die Künstlerin uns vermitteln möchte, zu empfangen, öffnen sollte um die Schönheit und die Tiefe der Aussage nicht zu verpassen.

Mich hat die Ausstellung sehr beeindruckt.

Ein Jahr in Kiel – meine Bilanz

Vor einem guten Jahr hat es uns nach Kiel verschlagen. Es ist seitdem viel passiert: neue Wohnung, neuer Job und viele neue Eindrücke, die ich erstmals für mich einordnen musste. Alles nicht so einfach, wenn das Bauchgefühl und die Seele dem Kopf und Verstand weichen müssen.

Es hat Zeit gebraucht sich hier zu recht zu finden und die Wohnung, die Stadt und die Menschen nicht nur als ein neues Zuhause zu betrachten, aber auch mit Herzen dabei zu sein. Frei nach IKEA: „Wohnst du noch oder lebst du schon.“ Nach einer langen Zeit der Melancholie und Sehsucht nach Bremen, habe ich eine Entscheidung für meinen Seelenfrieden getroffen – Kiel als meine neue Heimat zu betrachten! Mit dem neuen Maßstab habe ich die Stadt und die Menschen erneut unter die Lupe genommen.

Ein Jaherszeitenrückblick

Der Sommer – Urlaubsfeeling pur.

Wenn er kommt, bleibt er auch mit allen seinen Fassetten: Sonne, laues (manchmal heftiges) Lüftchen, Gewitter und Regenschauer. Aber hauptsächlich SONNE!!! Und das in einer Stadt, die zum Entspannen und Urlaub verbringen, einlädt.

Der Herbst – verrückt bunt und windig.

Der Herbst, meine Lieblingsjahreszeit, ist hier zu schnell vorbei. Durch den Wind ist alles durch den Wind und zwar buchstäblich. Die tollen Farben auf den Bäumen viel zu schnell vom Winde verweht.

Der Winter – bitte wer???

Dieses Kapitel überspringe ich besser. Ich möchte keine schlechte Stimmung verbreiten. Kurz und knapp – wer Winter Wonderland erleben will, fährt weg! Ungefähre Richtung: Norwegen.

Der Frühling – wie eine Diva.

Kommt meistens zu spät, aber wenn er denn da ist, ist alles vergeben und vergessen. Man spürt den Zauber (außer die Allergiker. Sie spüren zwar auch den Zauber, aber auf eine intensivere und besondere Weise;-))

Dieses Jahr hatte ich den direkten Vergleich zu Bremen. Ende April waren mein Mann und ich in Bremen auf der Jazzahaed!. Dort… alles grün, alles bunt. Die Magnolienbäume voller weißer und rosa Wunder. In Kiel kam das Wunder zwei Wochen später. Also durfte ich den Frühlingsanfang zwei Mal erleben. Mehr Romantik geht nicht. Und irgendwann kam dieser Moment, in dem man wusste: heute kann die Mütze zuhause bleiben und der Latte Macchiato draußen getrunken werden. OH JA!!!

Die Menschen

Von der norddeutschen Zurückhaltung – keine Spur. Die Menschen hier… entspannt, freundlich (auch bei Schietwetter) und lassen sich Zeit für die kleinen, wichtigen Dinge des Leben. Selbst beim Kaffee trinken kommt man schnell ins Gespräch (sogar ich!!!). Auf dem Wochenmarkt wird man mit Namen angesprochen und sofort geduzt. Keiner meckert, wenn man 2 Minuten länger auf das Gemüse warten soll, weil der Bauer und Omi Luise erstmals die News austauschen müssen. Man sieht sich schließlich nur zwei Mal die Woche;-)

Das Fazit

Kiel hat mein Herz noch nicht erobert, aber wir freunden uns an.

 

Ein perfekter Tag in Bremen (Summer Edition)

Ich besuche meine Heimat viel zu selten. Aber wenn ich da bin, mache ich ein Urlaubserlebnis daraus.

Meine Stadt. Meine Freunde. Mein Wochenende.

Es ist so wunderbar durch die Stadt zu schlendern, durch das Viertel zu bummeln, Freunde zu treffen, quatschen, Kaffee trinken, eine Ausstellung besuchen und…und…und…

Das Breminale Wochenende ist immer etwas Besonderes. Und auch in diesem Jahr durfte ich es nicht verpassen. Freitag nach der Arbeit ging es direkt auf die Autobahn.

In Bremen angekommen stellten wir fest: es ist noch heißer und noch klebriger als in Kiel. Aber egal, schließlich sind wir gekommen um das Wochenende zu genießen.

Freitag mit Freunden auf der Breminale – ein Muss!

Tolle Stimmung, coole Musik, lecker Essen und endlich mal mit Freunden Face to Face (ich hasse nämlich zu telefonieren) schnacken. Ein großartiger Abend.

Samstag – ein Bummel/Kultur-Tag

Der Tag fing bewölkt an. Um so besser für mich – geschwitzt habe ich schon genug diesen Sommer.

Ein Spaziergang durch die Stadt: Schnoor, Böttcherstraße, die Innenstadt – einfach ideal.

Dann ein Abstecher in das Paula Modersohn-Becker Museum und auf dem Rückweg durch das Viertel gemütlich bummeln.

Am Abend ein Date mit meiner besten Freundin: Spaziergang im Regen, gute Gespräche, Wein und Tapas. Was für ein wundervoller Abschluss des Tages.

Meine Antwort auf die Frage, was Glück ist… Mit liebsten Menschen zusammen Zeit zu verbringen. Ein perfektes Glück ist, wenn der Ort dazu auch stimmt.

Der Herbst kann kommen;-)